Als erstes sei Einmal gesagt: Respekt! Die gesamte Veranstaltung war von Anfang bis Ende ihr Geld und unsere Zeit wert. Die Veranstalter haben nahezu an alles gedacht, woran man denken konnte und teilweise auch nicht denken konnte. Um das ganze ein wenig zu strukturieren, möchte ich die FFK2009 nun aber lieber chronologisch durchgehen, damit das hier nicht in einem totalen Chaos endet.
Tag 1 - Workshop „AIR und Flex Essentials” mit Sven Claar
Die FFK begann für uns dieses Jahr mit bereits genanntem Workshop unter Leitung von Oberflexer Sven Claar, der uns in 8 Stunden einen kompakten Einblick in die Welt von MXML und AIR geben sollte. Als wir, zugegebenermaßen sehr früh, am Mediapark ankamen, sorgte der örtliche Infoschalter erstmal für Verwirrung. „Mahlzeit, wo geht´s denn hier zu FFK?” „Gibt’s nisch” „Öhm…. Okay….. Vielleicht Flashforumskonferenz???” „Näääh, habbn wir hier nisch…”. Verdammt. Falsche Woche? Falscher Mediapark? Falsches Universum? Egal, einfach mal weitersuchen. Irgendwann sahen wir dann durch eine Glasscheibe das uns vertraute Logo. So much for „Habbn wir hier nisch…” Und keine Sekunde zu früh, denn die Natur rief, respektive die 8 Tassen Kaffee die ich schon im Körper hatte. Denn öffentliche Toiletten sucht man im Mediapark vergebens. „Nur für Teilnehmer einer Veranstaltung”. „JA VERDAMMT, BIN ICH DOCH….” „Flashforumskonferenz habbn wir nisch…..”. Na ja, blenden wir den guten Mann einfach aus, denn letzten Endes fanden wir unseren Bestimmungsort.
Dort wurden wir dann mit aller Freundlichkeit begrüßt, so dass wir uns direkt heimisch fühlten. Nachdem wir uns am dargebotenem Buffet gütlich getan hatten, was in meinem Fall hieß, erstmal 3 Tassen Kaffee nach zu gießen, begann auch schon unser Workshop. Sven Claar führte uns durch die wunderbare Welt von MXML und gab sich wirklich Mühe, uns in der wirklich knappen Zeit so viel wie möglich zu vermitteln. Dummerweise ist ein Tag wirklich zu wenig für ein derart umfangreiches Thema, aber ich persönlich hab schon mal einen ungefähren Eindruck von MXML bekommen. Ich persönlich kann mich irgendwie damit nicht wirklich anfreunden, da ich sich mir die Vorteile einfach noch nicht eröffnen, aber wie es den Anschein hat, werde ich über kurz oder lang nicht drum rum kommen und vielleicht macht es irgendwann einmal klick bei mir und MXML wird mein Kumpel.
Tag 2 - Konferenz
Der zweite Tag begann für uns nicht später als der Erste. Wer morgens schon einmal nach 7 Uhr die A3 Oberhausen in Richtung Köln gefahren ist, wird verstehen, warum. Nachdem wir uns in der Umgebung einen Kaffee organisiert hatten, warteten wir darauf das es los ging.
09:30 Keynote mit Serge Jespers
Die übliche, lustige Eröffnungsrede die uns alle auf 2 Tage voller Vorträge, Neuerungen und Zukunftsvisionen einschwor.
10:45 Flex 4 und Flash Catalyst mit Sven Claar
Ein guter Einblick in die neuen Möglichkeiten mit Flex 4, dem hoffentlich bald erscheinenden Flex Builder 4 und Flash Catalyst. Womit ich mich einmal mehr der Tatsache konfrontiert sah, das ich um MXML langfristig wohl nicht rum komme. Und die Information, das Sven Claar aus beruflichen Gründen wieder bei seiner Mutter wohnt, bescherte mir dann auch direkt seine Trainings-DVD .
12:00 Data Driven Flex Application mit JavaEE mit Jens Dämgen
Hat mir jetzt persönlich nicht so Gefallen, da der ganze Vortrag sehr trocken war. Was bei der Materie durchaus in der Natur der Sache liegt.
14:30 Die Flash-Videoplattform mit Sven Brencher
Interessanter Vortrag zu einem sehr großen Thema. Zum Glück hat mir meine Lieblingsgrafikkollegin Nicole in der letzten Woche noch ein neues Moleskine mitgebracht, denn ich hab einige Ideen aus dem Vortrag mitnehmen können, die ich nächste Woche wohl mal mit dem Videoteam von derwesten besprechen muss. Zumal ich ja lustigerweise die Flasher-Gang unseres Kooperationspartners Sevenload durch einen doofen Zufall kennen gelernt habe. Gruß an dieser Stelle.
15:45 Creating Realtime Flash Apps mit Tom Krcha
Auch sehr informative gewesen. Als ich den Saal verlies wurden mir 2 Sachen schlagartig klar: 1. So viel Quellcode und so wenig Zeit und 2. Ich muss nächste Woche mal mit meinem Chef reden, dass ich mal langsam einen Flash Media Server bekomme.
17:00 Playerglobal 10 mit Saban Ünlü
Dazu muss man glaube ich nicht viel sagen. Jeder schon einmal einen Vortrag von Saban gehört hat, weiß, das der gute Mann Ahnung von dem wovon er spricht und es versteht in seinen Zuhörern neue Ideen zu wecken, einfach in dem er zeigt, womit er so in letzter Zeit rumgespielt hat. Leider war der Vortrag viel zu kurz. Aber beide Daumen hoch für einen gesundheitlich angeschlagenen Saban Ünlü, der wohl in die Geschichte eingehen wird als der „Flasher der nicht luftholen muss”. Das Einzige was ich während des Vortrages nicht verstanden habe, war der Einwurf eines der Anwesenden, dass man Textfelder ja nur benötigt, wenn der Text anwählbar sein soll, ansonsten würde man „den Text zeichnen lassen”. Das war mir neu und ich habe bis heute nicht verstanden was er damit meinte. Falls es mir jemand erklären kann, wäre ich sehr dankbar, ich bin ja immer auf der Suche nach neuen, besseren Methoden.
Die After-Conference-Party haben wir leider verpasst, da wir auf einem Konzert waren, aber das nächste Jahr wird was draus.
Tag 3 - Konferenz
Auch der dritte Tag begann früh. Daran hab ich gesehen das ich langsam alt werde. Ich brauche einfach mehr Schlaf. Oder mehr Kaffee. Na ja, macht man ja auch nicht jeden Tag. Und so begann unser Tag mit….
09:30 Interface Design - Best Practices mit Stefan Nitzsche
Oder zumindest hätte er das tun sollen. Dummerweise kam ein Anruf aus dem Büro und somit habe ich das verpasst. Was mich wirklich ärgert, kommt Stefan Nitzsche doch aus Essen. Und Leute aus meiner Heimat bekommen natürlich meine Unterstützung. In diesem Falle in Form unseres Wunderazubis Peter, der mir berichtet hat, dass der Vortrag wirklich gut war. Was mich dann noch mehr ärgert. Aber dann ging es ja auch schon weiter mit….
10:45 Realtime 3D on the Web mit Jens Brynildsen
Fantastischer Vortrag und super Redner. Auch hier hat es Ideen und Anregungen nur so gehagelt. Es wurden viele Möglichkeiten mit den bestehenden „großen” Engines gezeigt, deren Wurzeln und viele Ausblicke auf die Zukunft gegeben, die, so meine ich, recht räumlich wird.
12:00 Ten Hot Minutes mit vielen, vielen Leuten
In diesem Vortrag sprachen Nicola Canasse, Joa Ebert, Maria Klingemann, André Michelle und Frank Reitberger jeweils 10 Minuten über aktuelle Projekte oder zumindest Teile davon. Ich mag so was ja, da man dann immer einmal über den Tellerrand kucken kann, was andere machen und mit welchen Problemen diese dann zu kämpfen haben. Nach vielen „oooooohhhh”´s und „aaaaaaahhhhhhh”´s ging es dann auch weiter mit….
….einer sehr ausgiebigen Mittagspause. Denn ich wollte die Gelegenheit in Köln zu sein unbedingt nutzen, um mich mit meinen ehemaligen Arbeitskollegen zu treffen, die ich seit meinem Weggang aus Köln nicht mehr gesehen hatte. Im Anschluss daran gab es dann….
15:45 Boing Bumm Tschak mit André Michelle
War ein super Vortrag. Ich hab zwar keine Ahnung von der ganzen Audioschiene, aber man hat recht gut gesehen, was alles möglich ist, und das war schon beeindruckend. Ich rate jedem allerdings, so einen Vortrag nicht mit jemandem zu besuchen, der sowohl Flasher als auch Hörakkustik-Meister ist. Dann wird man nämlich mit soviel Informationen bombardiert, das man irgendwann nur noch in großen leuchtenden Buchstaben „ERROR” auf dem rauchenden Kopf stehen hat. Dann sollte der letzte Vortrag kommen. Ich hatte es recht schwer, mich für einen von beiden zu entscheiden. Letzten Endes wurde meine Wahl dadurch beeinflusst, dass ich am folgenden Tag mit einem der Redner noch einen Workshop haben sollte. Und so gab es dann zum guten Abschluss….
17:00 The Tinkerer´s Box mit Mario Klingemann
Vorstellen muss man Klingemann nun glaub ich wirklich nicht mehr. Ich glaube kaum jemand in diesem Berufszweig hat mehr Innovationen auf den Weg gebracht als er. Ich hatte mich echt darauf gefreut, mal wieder seinen obligatorischen „Ich hab da letztens ein Projekt gehabt”- Vortrag zu hören. Aber irgendwie war das diesmal nicht der Fall. Stattdessen sprach er über die Kunst des „Tinkering” was sich wohl sinngemäßt mit „Basteln” oder „Frickeln” übersetzen ließe. Er hat viel gezeigt, keine Frage, aber ob mir das gefallen hat, was ich da gesehen habe, kann ich beim besten Willen immer noch nicht sagen. Versteht mich nicht falsch, dass ist keineswegs negativ gemeint. Ich hab das ganze wohl einfach noch nicht verarbeiten können. Deswegen hab ich ja die Hoffnung, dass der Vortrag aufgezeichnet wurde, so dass ich mir das ganze noch mal in Ruhe ansehen kann. Nun ja, auf jeden Fall wurde der Tag beendet mit….
18:00 Verabschiedung und Verlosung
Hierzu sei eine kleine Anekdote erzählt. Wie bereits erwähnt, habe ich ja Sven Claar´s Flex 3 DVD gewonnen. Was den guten Jürgen ja ein stückweit geärgert hat. Nun gab es bei der Abschlussverlosung unter anderem 2 Wii zu gewinnen. Und 2 Tage hat der liebe Jürgen mich gekekst mit Kommentaren wie „Ja du darfst dann auch mal mit meiner Wii spielen. Ich werd die nämlich gewinnen”. Und wie Männer nun mal sind, ging das 2 Tage so hin und her. Aber als dann die Verlosung begann, war die Woche gerettet. Als erstes wurden dort 2 mega-trendy Fleece-Westen von Adobe verlost, deren bloße Erwähnung schon für die Belustigung der Anwesenden Flashergemeinde sorgte. Als Veranstalter Marc Thiele dann aber den ersten Gewinner einer solchen Fleece-Weste zog und sich mit den Worten „Ist der Jürgen Lang noch da?” an das Publikum wandte, kannte ich nicht mehr an mich halten. Ich glaube mein Lachen in dem Moment konnte man bis Dortmund hören. Wenigstens hat Jürgen jetzt was, dass er beim Klettern drüber ziehen kann. Ich hab die Wii natürlich auch nicht gewonnen, was aber okay ist. Denn wenn ich so darüber nachdenke, wäre es wohl auch problematisch geworden, wenn ich eine Wii gewonnen hätte. Ich denke meine Frau hätte mich in den Keller verbannt, wenn ich mit NOCH einer Konsole nach Hause gekommen wäre.
Tag 4 - Workshop „RIA Architekturen” mit Florian Salihovic
Die FFK09 endete für uns, wie sie begann: mit einem Workshop. Florian Salihovic führte uns durch die wunderbare Welt des Test-driven Development und der Design Patterns. Ersteres ist wenn ich ehrlich bin, nicht meine Welt, was ein stückweit daher rühren dürfte, dass ich mit maximal 3 anderen Entwicklern an einem Projekt arbeite und sich aufgrund dessen die Notwendig bisher noch nicht eingestellt hat. Dennoch was es sehr gut und schön einmal einen Einblick in die Möglichkeiten die Flex zu diesem Thema bietet zu bekommen. Auch das Thema Design Patterns hat er sehr gut vermitteln können. Alles in allem war dieser Workshop weniger ein Monolog eines Einzelnen sondern viel eher ein Dialog einer Gruppe, was das ganze sehr interessant gemacht hat.
Alles in allem hatten wir eine verdammt gute Zeit auf der FFK09. Wir haben viele nette Leute getroffen, neue Kontakte geknüpft (Gruß nach Hamburg, ich komme NICHT aus München
) und eine endlose Liste an neuen Ideen, Ansätzen und Möglichkeiten an die Hand bekommen. Meiner Meinung nach sah man hier sehr extrem den Wandel, von dem man in letzter Zeit im Flash-Bereich hört. Ich kann mich noch an einen Vortrag von Sascha Wolter vor ein paar Jahren erinnern, zu dessen Beginn er die Anwesenden fragte, wer denn zumindest versucht hatte, Informatik zu studieren. Dummerweise war ich der einzige im Raum, der die Hand hob. Was er dann mit einem „Na ja, wenigstens einer der über meine Witze lachen kann” quittierte. Mittlerweile fragt man sich, eher, wer nicht Informatik studiert hat oder eine zumindest eine Ausbildung in dem Bereich genossen hat. Nicht das mich das stört, aber es zeigt doch sehr deutlich, dass Flash mittlerweile keine Klicki-Bunti-Anwendung mehr ist, die man für nervige Intros oder bunte Banner verwendet. Flash respektive ActionScript und MXML sind erwachsen geworden, auch wenn vor 2 Jahren mir noch jemand dessen Tod prognostizierte, da ein „viel umfangreicheres” Konkurrenzprodukt die Bühne der RIA-Welt betreten hatte.
Abschließend noch folgendes: Jedem der noch nicht auf einer Flashforumskonferenz war, sei geraten, auf der Nächsten dabei zu sein. So, jetzt hab ich aber genug geredet.
Happy Coding aus dem Ruhrpott.
UPDATE: Leider muss ich die Kommentarfunktion hierfür abschalten, da der Artikel zugespammt wird.
3 Kommentare
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Pingback von Zurück von der FFK09 | Der offizielle video2brain-Blog — 3. Mai 2009 @ 17:13
Hey. Vielen lieben Dank für dein ausführliches Feedback!
Gruß aus Krefeld,
marc
Comment von marc — 3. Mai 2009 @ 20:39
Möge MXML mit Dir sein
Super Zusammenfassung!
Cheers, Sven & Mutti *g
Comment von Sven Claar — 3. Mai 2009 @ 21:54